Der US-Sondergesandte Steve Witkoff traf am Mittwoch in Sankt Petersburg den russischen Präsidenten Putin, wenige Tage nachdem sich der Gesandte in Oslo mit ukrainischen und europäischen Spitzenpolitikern getroffen hatte. Am selben Tag ließ Russland den US-Amerikaner Stephen Hubbard aus der Haft frei.1,3,4,6,7
The New Republic berichtete, Russland habe Stephen James Hubbard freigelassen. Er sei ein gebürtiger Michigander, der vier Jahre in russischer Haft verbracht habe, angeklagt, ein ukrainischer Söldner zu sein. Ein US-Beamter beschrieb Hubbard als pensionierten amerikanischen Lehrer, der nach Darstellung der USA in Russland zu Unrecht festgehalten werde. Die Bemühungen um seine Freilassung seien Teil der Reise gewesen.1,3
Vor dem Russland-Abschnitt sollte Witkoff nach Oslo reisen, um mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (Volodymyr Zelensky), dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre, Vertretern der E4-Staaten, also Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Polen, sowie Vertretern der Europäischen Union und der NATO zu sprechen, wie ein US-Beamter mitteilte. Ziel der Gespräche war es, einen Friedensvorschlag zu erarbeiten, der Russland vorgelegt werden sollte.1
Der US-Beamte sagte, die Gespräche in Oslo bauten auf Beratungen auf, die im Club Witkoffs im Raum Miami stattgefunden hätten. Dort habe Selenskyj zugestimmt, eine Reihe von Vorschlägen zu prüfen und voranzubringen, die auf einen umfassenden und dauerhaften Friedensvertrag abzielen. Vertreter der USA, der Ukraine und Europas hätten in der vergangenen Woche gemeinsam an den Vorschlägen gearbeitet. Trump-Berater Jared Kushner, der an der Grippe erkrankt ist, sollte sich am Treffen in Oslo virtuell statt persönlich beteiligen.1
„Steve und Jared haben am Sonntag ebenfalls mit Präsident Selenskyj gesprochen, um die Fortschritte zu überprüfen und die nächsten Schritte zu besprechen“, sagte der US-Beamte.1
Der Beamte beschrieb zwei parallele Stränge. Der eine betrifft die Zukunft der Ukraine, einschließlich Sicherheitsgarantien, europäischer Integration und eines wirtschaftlichen Rahmens für die Nachkriegszeit. Der andere betrifft Bedingungen für einen dauerhaften Frieden, darunter einen umfassenden Vorschlag an Russland, der die Fragen anspricht, die zur Beendigung des Krieges nötig sind, und eine neue Sicherheitsarchitektur zwischen Russland und Europa schafft.1
Laut France 24 führte Witkoff in Sankt Petersburg im Konstantinpalast (Constantine Palace) Gespräche mit Putin, nachdem er in Oslo Selenskyj und andere europäische Spitzenpolitiker getroffen hatte. Er sollte nach dem Besuch in Russland in die norwegische Hauptstadt zurückkehren. Vor der Reise hatte der US-Beamte gesagt, Witkoff hoffe, mit der Ukraine und europäischen Partnern entwickelte Ideen Putin vorzulegen. Die Schlagzeile von France 24 lautete, Witkoff habe Putin für ein Diesel-Abkommen gedankt. Das verfügbare Material beschrieb diese Vereinbarung nicht näher.1,4
Die meiste Aufmerksamkeit erregte eine Bemerkung während des Treffens. „Er ist ein 75-jähriger Mann. Sie reden so viel über meinen Präsidenten, Präsident Trump, und darüber, dass er ein Humanitärer ist“, sagte Witkoff laut The New Republic zu Putin. „Auch Sie sind ein Humanitärer, Herr Präsident, und das respektiere ich. Ich lobe Sie.“ Das Magazin gab Hubbards Alter an anderer Stelle seines Artikels mit 74 Jahren an, sodass die beiden Altersangaben in seiner Darstellung nicht übereinstimmen.3,7
The New Republic schrieb, Hubbard sei „kein Söldner“ gewesen und Putin „ist kein Humanitärer“. Zudem beschrieb das Magazin die Reaktion auf Witkoffs Äußerungen als überwiegend scharf kritisch. Der republikanische Senator John Cornyn schrieb auf X: „Nein. Putin ist ein eiskalter Killer.“ Jimmy Rushton von The Kyiv Independent schrieb: „Absurde, kriecherische Unterwürfigkeit eines Vertreters des mächtigsten Landes der Erde und eine weitere amerikanische Demütigung, die die wachsende, wachsende Liste ergänzt.“ Das Magazin wies außerdem darauf hin, dass Putin wegen Kriegsverbrechen vom Internationalen Strafgerichtshof (International Criminal Court) gesucht wird. Es nannte zudem Zahlen zu den Kriegsopfern: Demnach seien mindestens 125.000 ukrainische Soldaten und 15.000 Zivilisten getötet worden.3
Was russische Beamte zur Freilassung oder zu Witkoffs Äußerungen sagten, war zunächst nicht klar. Das verfügbare Material enthielt keine Stellungnahme der russischen Regierung zu diesen Punkten und ließ offen, ob die Freilassung Hubbards mit den diplomatischen Gesprächen zusammenhing.3,4,6
Witkoff soll laut France 24 nach dem Besuch in Russland nach Oslo zurückkehren. Der US-Beamte erklärte, der nächste Schritt sei zu prüfen, ob die Arbeit an einem Friedensvorschlag die Grundlage für ernsthafte Verhandlungen mit Russland bilden könne.1,4
„Diese Gespräche bleiben im Fluss, und es bleibt viel Arbeit zu tun“, sagte der US-Beamte. „Präsident Trumps Ziel ist klar: das Töten zu beenden, den Krieg abzuschließen und die Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden zu schaffen, der der Ukraine, Russland, Europa und den Vereinigten Staaten nützt.“1