Moderna und Merck haben am Donnerstag frühe Ergebnisse einer Phase-3-Studie zu einem personalisierten mRNA-Krebsimpfstoff veröffentlicht, nachdem die Daten in den sozialen Medien durchgesickert waren. Die Unternehmen erklärten, die Kombinationsbehandlung verringere die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Tumoren bei Patienten mit einem Melanom mit hohem Risiko erneut bilden.1,3
An der Studie nahmen 1.137 Patienten mit einem Melanom mit hohem Risiko teil, einer Form von Hautkrebs. Getestet wurden zwei Behandlungen. Die erste, Intismeran autogene, ist ein personalisierter mRNA-Impfstoff, der den Körper anleitet, Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Die zweite, Pembrolizumab, unter dem Handelsnamen Keytruda vertrieben, ist ein Medikament, das verhindern soll, dass sich Krebszellen vor dem Immunsystem verstecken, so Merck.3
Im Vergleich zu Patienten, die nur Pembrolizumab erhielten, hatten Patienten, die die Kombination erhielten, nach einem Median von etwa zwei Jahren ein um 42 Prozent geringeres Risiko, dass der Krebs zurückkehrt oder sie sterben. Moderna und Merck teilten mit, die Kombination verringere außerdem im Vergleich zu Pembrolizumab allein um 38 Prozent das Risiko, dass sich der Krebs auf andere Körperteile ausbreitet oder zum Tod führt.3
Auch die Aktie von Moderna war von dem Datenleck betroffen. Die Kurse brachen ein, obwohl die Ergebnisse positiv waren. Wie stark die Aktie fiel, ging aus dem für diesen Bericht verfügbaren Material nicht hervor.2,3
Karen Knudsen, Geschäftsführerin des Parker-Instituts für Krebsimmuntherapie (Parker Institute for Cancer Immunotherapy), einer gemeinnützigen Organisation, bezeichnete die Ergebnisse als „wirklich ermutigend“. Ein Impfstoff dieser Art sei vor zehn Jahren noch „Fiktion“ gewesen. „Man hielt es für sehr schwierig, so etwas umzusetzen“, sagte sie.3
Die Ergebnisse umfassen noch nicht das Gesamtüberleben. Knudsen sagte: „Haben Menschen, die den Impfstoff bekommen haben, länger gelebt als Menschen, die ihn nicht bekommen haben? Und wie war ihre Lebensqualität?“ Diese Daten werden erwartet, sagte sie, und bezeichnete die neuen Ergebnisse als „wirklich, wirklich gute Etappenziele auf dem Weg“.3
In einer Erklärung sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel: „Von Anfang an waren wir überzeugt, dass die mRNA-Technologie es möglich machen könnte, Krebsbehandlungen zu entwickeln, die genau auf den Tumor jedes Patienten abgestimmt sind.“ Er fügte hinzu: „Diese Ergebnisse bestärken unsere Überzeugung, dass mRNA das Potenzial hat, die Krebsbehandlung grundlegend zu verändern.“3
Moderna und Merck haben sich nicht umgehend auf Anfragen von Scientific American zur Stellungnahme gemeldet. Aus dem für diesen Bericht verfügbaren Material ging nicht hervor, ob sich die Unternehmen zum Kursrückgang der Moderna-Aktie geäußert haben.3
Die Ergebnisse wurden nach Angaben von Merck und Moderna zur Veröffentlichung im New England Journal of Medicine angenommen. Die Unternehmen wollen eine Zulassung des mRNA-Impfstoffs beantragen und stehen dazu „im Austausch mit den Zulassungsbehörden“.3