Am Montag erklärte das russische Verteidigungsministerium, seine Streitkräfte hätten einen „massiven Angriff“ auf Ziele in Kiew und der Umgebung ausgeführt. Gleichzeitig bestritt US-Außenminister Marco Rubio, dass Washington den Austausch von Geheimdienstinformationen mit der Ukraine ausgesetzt habe, und forderte Präsident Wolodymyr Selenskyj auf, sich auf die Beendigung des Krieges zu konzentrieren.1,3,5
Laut dem Ministerium richtete sich der Angriff gegen militärisch-industrielle Anlagen, Lagerstätten für Marschflugkörper und Drohnen sowie Rechenzentren. Selenskyj schilderte den nächtlichen Angriff anders: Russland habe ballistische Raketen und Drohnen auf die Energieinfrastruktur der Ukraine abgefeuert. Aus den verfügbaren Berichten ging zunächst nicht hervor, welche Schäden die Angriffe verursachten. Polizisten waren auf Fotos zu sehen, wie sie ein Gebäude in Kiew untersuchten, das von einem russischen Raketenangriff getroffen worden war.1,5
Der Streit um den Informationsaustausch dreht sich um Selenskyjs Aussagen. Einen Tag zuvor hatte er erklärt, Washington habe wieder begonnen, Kiew mit Geheimdienstinformationen zur Abwehr russischer Raketenangriffe zu versorgen. Am Montag stellte Selenskyj erneut infrage, ob die Vereinigten Staaten solche Informationen weiterhin weitergeben. In einer separaten Behauptung sagte er, er habe von Partnerländern, die zuvor Geheimdienstinformationen geteilt hatten, darunter die Vereinigten Staaten, keine Frühwarnung vor einem russischen Angriff erhalten. Die Kiewer Behörden hatten von einer „Pause“ beim Informationsaustausch gesprochen, was Rubio zurückwies.5,3,1
Auf einer Reise nach Usbekistan (Uzbekistan) für Gespräche mit zentralasiatischen Staatschefs sagte Rubio, Selenskyj sollte sich auf ein anderes Ziel konzentrieren. „Worauf er sich konzentrieren sollte und worauf wir uns konzentrieren wollen, ist, diesem Krieg ein Ende zu setzen“, sagte Rubio. Es habe keine „Pause“ beim Austausch von Geheimdienstinformationen gegeben.1
Rubio warnte außerdem vor einem „realen Risiko“, dass sich der Krieg zwischen Russland und der Ukraine auf ein weiteres Land ausweiten könnte, und forderte ein Ende des Konflikts. Die Warnung kam, während sich die Kämpfe rund um die ukrainische Hauptstadt laut den am Montag von Russland beschriebenen Angriffen weiter verschärften.4,1
Präsident Donald Trump hat seine Kritik an Selenskyj wegen des Krieges in den vergangenen Tagen erneuert. Am Sonntag schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, er erziele „große Fortschritte“ bei den Verhandlungen über Frieden zwischen Russland und der Ukraine. Außerdem schrieb er: „Selenskyj interessiert sich nicht dafür, und ehrlich gesagt, bei all dem Geld, das Europa ihm bekanntlich gibt ... will er diesen Krieg nicht beenden, und wahrscheinlich wollte er das nie.“1
Trumps Äußerungen folgen auf eine Vereinbarung, die er mit Russland getroffen hat: Russland soll Treibstoffexporte sichern, im Austausch für Lockerungen bei den Sanktionen. Vor den Zwischenwahlen (Midterms) richtet sich zunehmend Aufmerksamkeit auf die Beziehungen zwischen Washington und Kiew. France 24 veröffentlichte Anfang der Woche eine Analyse zu diesem Thema, deren Überschrift die Frage stellte, warum sich die Beziehungen verschlechtert hätten.1
Trump hat Selenskyj außerdem vorgeworfen, russische Energieanlagen ins Visier zu nehmen. In demselben Beitrag schrieb Trump: „Selenskyj nutzt russische Dieselraffinerien als Ziel, obwohl er weiß, dass diese Angriffe die weltweiten Dieselmärkte, auch die in den Vereinigten Staaten, ernsthaft belasten.“ Die Berichte sagten nicht, ob Selenskyjs Büro auf diesen Vorwurf reagiert hat.1