Huthi-Kräfte erklärten am Donnerstag, sechs Angriffe in Saudi-Arabien verübt zu haben, von der Ost- und Westküste des Königreichs bis nach Riad und in den Süden.1
Huthi-Militärsprecher Yahya Saree sagte, Ziele seien lebenswichtige kommerzielle und militärische Infrastruktur gewesen, wenige Tage nachdem hochrangige Vertreter aus Saudi-Arabien, Iran, der Türkei (Turkiye) und Pakistan in Teheran (Tehran) zusammengekommen waren und erklärt hatten, regionale Differenzen durch Dialog lösen zu wollen.1
In einer auf X veröffentlichten Erklärung sagte Saree, die Huthis hätten die Ölraffinerie Ras Tanura mit einer ballistischen Rakete, eine Aramco-Anlage in Abqaiq mit einer Rakete, den internationalen Flughafen King Khalid in Riad mit mehreren Raketen, den internationalen Flughafen King Fahd in Dammam mit einer Drohne, die Ölraffinerie Rabigh mit einer ballistischen Rakete sowie ein saudisches Militärhauptquartier in der Region Najran angegriffen.1
Für die Behauptungen der Gruppe gab es keine unabhängige Bestätigung.1
Die Ankündigung folgte, nachdem die von Saudi-Arabien geführte Koalition mitgeteilt hatte, ihre Luftabwehr habe zwei von den Huthis auf die Hauptstadt abgefeuerte ballistische Raketen abgefangen und zerstört, so Koalitionssprecher Turki al-Maliki. Warnmeldungen vor möglichen anfliegenden Bedrohungen waren in Riad und im Gouvernement al-Kharj sowie in der Stadt Najran herausgegeben worden, bevor diese Abfangaktionen verkündet wurden.1
Der saudische Zivilschutz teilte mit, Splitter der Abfangaktion hätten in Riad einen saudischen Staatsbürger verletzt. Splitter hätten zudem ein Haus und ein Fahrzeug beschädigt, sagte der Sprecher der Behörde der staatlichen Nachrichtenagentur.1
Die Behauptungen unterstrichen anhaltenden Raketen- und Drohnenbeschuss gegen das Königreich und gegen von Saudi-Arabien unterstützte Kräfte in Jemen (Yemen), trotz positiver Äußerungen vom Treffen in Teheran. Jenes Treffen, ausgerichtet vom iranischen Sicherheitschef Mohsen Rezaei und unter Teilnahme des saudischen Verteidigungsministers Khalid bin Salman, des pakistanischen Armeechefs Asim Munir und des türkischen Geheimdienstchefs Ibrahim Kalin, habe sich auf "Frieden und Sicherheit in der Region" konzentriert, hieß es in einer offiziellen iranischen Pressemitteilung, die von der Nachrichtenagentur Fars verbreitet wurde.1
Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan hatten hochrangige Vertreter zu den Gesprächen entsandt, die am Montag zu Ende gingen. Danach hätten "die Teilnehmer vereinbart, die Gespräche fortzusetzen, um die Zusammenarbeit zwischen den vier Ländern der Region zu stärken", hieß es in der iranischen Pressemitteilung.1
Das saudische Außenministerium betonte seinerseits "die Bedeutung der Eröffnung von Verhandlungskanälen, um eine Rückkehr zur militärischen Eskalation zu verhindern", im Anschluss an das Treffen. Die Diplomatie habe darauf gezielt, regionale Spannungen zu beruhigen, die die grenzüberschreitenden Kämpfe zwischen Huthi-Kräften und Saudi-Arabien angeheizt hätten.1
Gesondert forderte die international anerkannte jemenitische Regierung am Donnerstag in einer Erklärung den UN-Sicherheitsrat auf, "abschreckende und strafende Maßnahmen" zu ergreifen, um Huthi-Angriffe auf den internationalen Flughafen Aden zu stoppen.1
Während die Koalition von zwei ballistischen Raketen auf die Hauptstadt sprach, listete Sarees Darstellung sechs getrennte Ziele im ganzen Land auf, angegriffen mit Raketen und mindestens einer Drohne.1
Weitere Gespräche der vier Staaten, die in Teheran zusammengekommen waren, würden fortgesetzt, hieß es in der iranischen Erklärung.1