Das US-Außenministerium hat nicht unbedingt benötigte Regierungsangestellte und deren Familienangehörige aufgefordert, Saudi-Arabien zu verlassen, da die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen ihre Angriffe auf das Königreich verstärken.2,3,4
Die Anordnung betrifft nicht dringend benötigte US-Regierungsangestellte und deren Familienangehörige in Saudi-Arabien. Sie erfolgt, während die Angriffe der Huthi auf saudische Ziele in den vergangenen Wochen zugenommen haben. Der Schlagzeile von CNBC zufolge bereiten die USA nach den Zwischenwahlen offenbar Angriffe auf den Iran vor. Der Text des CNBC-Berichts über die Schlagzeile hinaus war für diesen Artikel nicht verfügbar.1,3,4
Der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, schrieb am Mittwoch in einem Beitrag auf X, das Ministerium habe „eine Anordnung zur Ausreise für nicht dringend benötigte US-Regierungsangestellte und deren Familienangehörige ausschließlich in Saudi-Arabien erlassen“. Damit wies er einen Bericht zurück, wonach die Anordnung auch für andere Golfstaaten gelten könnte. CBS News erfuhr, dass mehrere andere Botschaften ihr Personal unter dem Status „eingeschränkter Betrieb“ angepasst haben, aber keine Ausreiseanordnung erlassen haben. Eine solche Anordnung sieht die verpflichtende Evakuierung bestimmter diplomatischer Mitarbeiter und ihrer Familien aufgrund von Sicherheitsrisiken vor.3
Ein US-Beamter und ein hochrangiger Militärvertreter der USA sagten CBS News am Mittwoch, das Militär habe seine Präsenz an Standorten im Nahen Osten still und leise verringert. Grund seien die anhaltenden regionalen Bedrohungen durch die Huthi und die direkten Bedrohungen durch den Iran. Der Status „eingeschränkter Betrieb“, den das Ministerium im August inmitten von Eskalationen im Krieg mit dem Iran eingeführt hat, erlaubt es Botschaften, Personal und Dienstleistungen zu reduzieren, ohne den Betrieb vollständig einzustellen.3
Die Entscheidung folgt auf Warnungen, die am Wochenende von US-Botschaften in Saudi-Arabien, Bahrain, Katar (Qatar), den Vereinigten Arabischen Emiraten (United Arab Emirates) und anderen Ländern herausgegeben wurden. Sie forderten Amerikaner in der Region auf, vorsichtig zu sein und sich auf Reiseunterbrechungen infolge der Huthi-Angriffe einzustellen. Pigott erklärte am Mittwoch: „Vom Iran unterstützte Huthi sind zunehmend in Feindseligkeiten gegen Saudi-Arabien verwickelt, darunter Angriffe auf zivile Flughäfen und andere kritische Infrastruktur, die zivile Opfer und schwere Reisestörungen zur Folge hatten.“3
Am Mittwoch wurde bei einem Angriff auf einen Flughafen in der östlichen Stadt Dammam mindestens eine Person getötet. Die Saudische Zivilluftfahrtbehörde erklärte, ein Angriff auf den King-Fahd-Flughafen (King Fahd International Airport) in Dammam habe am Abend eine Person getötet und acht weitere verletzt. Das Ausmaß der Sachschäden werde noch geprüft. Die Behörde nannte keine Verantwortlichen für den Angriff, und die Huthi reklamierten ihn nicht für sich. Flightradar24 teilte mit, Flüge vom Flughafen würden umgeleitet, da der Betrieb zum Erliegen gekommen sei.4
Die Huthi haben in den vergangenen Wochen Drohnen und Raketen auf Flughäfen und Ölanlagen in Saudi-Arabien abgefeuert. Ein Angriff auf den King-Khalid-Flughafen (King Khalid International Airport) in Riad (Riyadh) Anfang dieses Monats tötete laut CBS News 12 Menschen und verletzte mehr als 300 weitere. Unter den Getöteten war ein Amerikaner. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition meldete, sie habe am Montag und Dienstag mehrere Drohnen der Huthi abgefangen.3,4
Die Berichte über die Angaben des saudischen Energieministeriums zu herabfallenden Trümmern unterscheiden sich in den Einzelheiten. CBS News berichtete, das Ministerium habe am Dienstag mitgeteilt, Luftabwehrsysteme hätten einen Drohnenangriff auf das Ölfeld Schaibah (Shaybah) abgewehrt. Dabei seien zwei Menschen durch herabfallende Trümmer getötet und zwei weitere verletzt worden. Wer die Drohne gestartet habe, habe das Ministerium nicht angegeben. DW berichtete, das Ministerium habe am Mittwoch mitgeteilt, Streitkräfte hätten eine Drohne abgefangen, die eine Ölanlage ins Visier genommen habe. Herabfallende Trümmer hätten jedoch zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Als Getötete nannte das Ministerium einen Filipino und einen Nepalesen. Die Berichte lassen nicht erkennen, ob sie sich auf denselben Vorfall beziehen.3,4
Einige saudische Beamte haben dem Iran die Verantwortung für das Verhalten der Huthi gegeben, die mit der Islamischen Republik verbündet sind. Der Iran hat jede Beteiligung an der Eskalation bestritten. Die Huthi sind nahe der Meerenge Bab al-Mandab, einem wichtigen Schifffahrtsengpass, durch den ein großer Teil des weltweiten Öls fließt. Die Meerenge habe in den vergangenen Monaten an Bedeutung gewonnen, weil der Krieg zwischen den USA und dem Iran die Straße von Hormus (Strait of Hormuz) gestört habe, berichtete CBS News. Das Vereinigte Königreich hat Saudi-Arabien Unterstützung angeboten, unter anderem bei Luftverteidigungseinsätzen.3
Botschafter Marwan Ali Noman, politischer Berater des Außenministers des Jemen (Yemen), warnte am Dienstag in einem Interview mit CBS News, die Huthi könnten ihre Angriffe fortsetzen, sofern ihnen nicht entgegengetreten werde. „Wir kämpfen im Namen aller, denn die Bedrohung und das Risiko durch die Huthi werden sich ausweiten“, sagte Noman. Er fügte hinzu, die jemenitische Regierung suche internationale Unterstützung.3
Es ist unklar, ob die Trump-Regierung Saudi-Arabien unterstützen will. Präsident Trump schloss nach dem tödlichen Angriff der Gruppe auf den Flughafen Riad am 10. Oktober Angriffe auf die Huthi nicht aus. Er sagte Reportern: „Wir könnten.“ Anfang dieses Monats sagte Trump: „Wir haben Kommunikation mit den Huthi, und wir werden sehen, was passiert. Aber was sie getan haben, war sehr schlimm.“3
Die Schlagzeile der Washington Times stellte die Anordnung für nicht notwendiges Personal und Familien, Saudi-Arabien zu verlassen, in den Mittelpunkt. Außerdem nannte sie die „wachsenden Huthi-Angriffe“.2