JUNEAU, Alaska – Die demokratische Senatskandidatin Mary Peltola erklärte am Donnerstag, sie habe nichts von einem Vorhaben gewusst, einen zweiten Kandidaten namens Dan Sullivan auf Alaskas Stimmzettel für den US-Senat (U.S. Senate) zu setzen.1,3,4,5
Peltola fordert den amtierenden republikanischen Senator Dan S. Sullivan in einem Wahlkampf heraus, der weithin als entscheidend für die Kontrolle des Senats gilt, und ihre Erklärung erfolgte, während das US-Justizministerium (Justice Department) mit neuen Vorladungen eines Geschworenengremiums eine strafrechtliche Untersuchung vorantrieb und Alaskas republikanischer Gouverneur eine staatliche Untersuchung anordnete. Bis Freitagmorgen war keine Anklage erhoben worden, und die Empfänger sowie die Zahl der Vorladungen waren zunächst unklar.1,3,5
"Ich möchte nur die Sache klarstellen," sagte Peltola zu Beginn einer Rede in einer Bar in der Innenstadt von Juneau, der Hauptstadt Alaskas. "Ich wusste nichts über irgendeinen anderen Kandidaten auf dem Stimmzettel außer mir und dem Amtsinhaber. Das ist alles, was ich je darüber gewusst habe. Ich habe kein Interesse daran, Wähler zu täuschen." Die Kontroverse folgte auf eine Berichterstattung von The New York Times in dieser Woche, wonach Personen aus dem Umfeld von Peltolas Kampagne und leitende Mitarbeiter des Democratic Senatorial Campaign Committee versucht hätten, Dan J. Sullivan Jr., beschrieben als pensionierter Lehrer mit wenig politischer Erfahrung, der in einem abgelegenen Fischerdorf im Südosten Alaskas lebe, für eine Kandidatur zu gewinnen.1,3,4,5
Die Zeitung erklärte, sie habe Textnachrichten eingesehen und mit 12 Personen gesprochen, die an dem Plan beteiligt waren oder davon erfahren hatten oder als mögliche Kandidaten angeworben werden sollten. BBC erklärte, sie habe diese Berichterstattung nicht unabhängig überprüft. Das Peltola-Lager hat die Darstellung zurückgewiesen, und Dan J. Sullivan hat seit Langem bestritten, im Auftrag der Demokraten anzutreten, und erklärt, er habe keinen Kontakt zu Peltolas Kampagne gehabt. "Null, nichts, gar nichts," sagte er im Juni nach der Ankündigung seiner Kandidatur.1,5
Bei einer Kundgebung in Soldotna sagte Peltola, die Aufmerksamkeit solle auf den hohen Lebenshaltungskosten in Alaska und Sullivans Unterstützung für den Krieg in Iran liegen, nicht darauf, wer auf dem Stimmzettel stehe. "Wer in unserem besten Interesse handelt, wird nicht über diesen Unsinn reden. Das alles dient nur dazu, Zeitungen zu verkaufen," sagte sie. "Das alles dient nur dazu, Abonnements zu bekommen. Niemand bei The New York Times interessiert sich für die Bezahlbarkeit in Alaska."2
Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte The Associated Press, nach dem Bericht der Times seien Vorladungen zur Aussage vor einem Geschworenengremium oder zur Herausgabe von Dokumenten sowie Aufforderungen zur Aufbewahrung von Unterlagen ergangen und weitere Vorladungen würden erwartet. Die Person sprach unter der Bedingung der Anonymität, weil sie nicht befugt war, über die laufende Untersuchung zu sprechen. CBS News berichtete, die Vorladungen richteten sich gegen demokratische Funktionsträger, die mutmaßlich mit dem Anwerbungsversuch in Verbindung stünden. Das Ministerium untersuche seit Monaten Vorwürfe, wonach Dan J. Sullivan Jr. in das Rennen eingestiegen sei, um Stimmen vom Amtsinhaber abzuziehen, wobei mögliche Zielpersonen weiterhin unklar blieben.1,3,5
Präsident Donald Trump hatte Anfang der Woche die strafrechtliche Verfolgung von Peltola und ihrer Kampagne gefordert. Justizminister Todd Blanche sagte am Mittwoch in einem Interview mit Fox News, er werde keine strafrechtlichen Untersuchungen kommentieren, warf den Demokraten jedoch "Betrug" vor. "Sie versuchen, dem Amtsinhaber Stimmen wegzunehmen, nicht durch einen Wahlkampf, nicht durch Themen, sondern indem sie eine Person mit demselben Namen aufstellen," sagte Blanche.5
Alaskas Gouverneur Mike Dunleavy kündigte am Donnerstag Pläne für eine strafrechtliche Untersuchung an und erklärte, die Berichterstattung der Zeitung "enthülle beunruhigende neue Beweise für ein organisiertes Vorhaben, Alaskas Wahlen durch die Anwerbung von Kandidaten – darunter einer mit demselben Namen wie ein amtierender US-Senator – zu manipulieren, um Wähler gezielt zu verwirren und ihre Stimmen fehlzuleiten." "Wähler gezielt dazu zu bringen, ihre Stimme für jemand anderen abzugeben, trifft den Kern der Integrität unserer Wahlen," fügte Dunleavy hinzu und erklärte, die Berichterstattung stütze im Wesentlichen frühere Feststellungen der Wahlbehörde des Bundesstaates.1,3,5
Trump stellte am Donnerstag infrage, ob Peltola im Falle eines Sieges ihr Amt ausüben könne. "Nun, man wird sehen müssen, was passiert," sagte er zu Reportern auf dem Weg zu einer Kundgebung in South Carolina. "Es ist schwer zu glauben, dass sie überhaupt antreten darf." Später sagte er im Wahlkampf für die republikanische Senatorin Darline Graham, er finde, Peltola "sollte eigentlich vom Stimmzettel gestrichen und strafrechtlich verfolgt werden."3,5
Separat reichte die Regierung in der vergangenen Woche eine Bundesklage ein, um die Bestätigung des Ergebnisses zu verhindern, falls der von Trump unterstützte Sullivan verlieren sollte, mit dem Argument, beide Namen auf dem Stimmzettel könnten die Wähler verwirren. Das Ministerium ergänzte die Klage am Mittwoch um einen Verweis auf die Berichterstattung der Times und Dunleavys Ankündigung. Ein Bundesrichter beschleunigte die Prüfung und wird Anträge auf Abweisung prüfen, die von den Wahlbehörden Alaskas eingebracht und von der Peltola-Kampagne sowie von Stimmrechtsgruppen unterstützt wurden. Die Anwälte des Bundesstaates baten um eine Entscheidung bis Montag und erklärten, der Fall könne "einen Schatten über Alaskas Wahl werfen, der dem öffentlichen Interesse widerspreche."1,5
Scott Kendall, ein Anwalt, der an den Kampagnen der republikanischen Senatorin Lisa Murkowski in den Jahren 2010 und 2016 mitgearbeitet hatte, sagte, er bezweifle, dass das in der Darstellung der Times beschriebene Verhalten gegen das Gesetz verstoßen habe, und verwies darauf, dass das Recht Alaskas keine besondere Gutgläubigkeitsanforderung für Kandidaten kenne und dass es ähnliche Kandidaturen schon früher gegeben habe. "Ich gebe offen zu, dass es weitere Fakten geben könnte, aber ich werde nicht spekulieren, dass sie existieren," sagte er. Er sagte, er halte das Hauptrisiko für Peltola für einen "absoluten Reputationsschaden."1
Der überparteiliche Cook Political Report stuft das Rennen als völlig offen ein. Die Demokraten halten 47 Sitze gegenüber 53 der Republikaner und haben Alaska unter einer Handvoll Bundesstaaten im Visier, die über die Mehrheit entscheiden könnten, und in den Berichten zitierte jüngste Umfragen haben Peltola vorn gesehen. Wenige Tage vor der Abstimmung soll Trump am Sonntag bei Veranstaltungen in Kansas und Iowa auftreten, nachdem zuvor abgesagte Auftritte neu angesetzt wurden, um Fernteilnahmen an Telefonkundgebungen zu ermöglichen. In einem Spendenaufruf am Donnerstag sagte Peltola: "Sie können mit ihrer Bilanz nicht gewinnen, also versuchen sie, mich einzuschüchtern, damit ich nachgebe."1,3,5