Kaylub Giamanco, der Vater aus Oregon, der an der Schule seiner Töchter einen Angreifer tödlich erschoss, sagte in einem am Freitag veröffentlichten Interview, es gebe Kinder, die er nicht gerettet habe.1,3,4,7,8
Drei Schüler und eine Lehrerin wurden am 15. Oktober an der Silver Rail Elementary School in Bend, Oregon, von einem 16-jährigen ehemaligen Schüler, Griffin J. John II, getötet, wie die Polizei mitteilte. Giamanco, ein 36 Jahre alter Zimmermann, dessen zwei Töchter die Schule besuchen, erschoss den Täter, nachdem er das Gebäude betreten hatte. Die Polizei teilte mit, das Motiv des Täters werde noch untersucht.1,3,4,7,8
Giamanco sagte, er habe seine Töchter an jenem Morgen zur Schule gebracht und sich entschieden, mit seiner Frau zu Hause zu Mittag zu essen, statt das Essen zu verzehren, das er zur Arbeit mitgenommen hatte. Als er an der Schule vorbeifuhr, habe er einen Mann in Schwarz gesehen, der mit einem Langgewehr auf einen Pick-up und auf eine Person schoss, die den Rasen mähte, und dann über einen Zaun kletterte. Er habe zunächst gedacht, es könnte ein Streich sein, doch, wie er es ausdrückte, „brach Panik in meinem Kopf aus“.1,3,4,7,8
Er nahm eine Pistole im Kaliber .40 aus der Mittelkonsole seines Pick-ups und rief den Notruf 911 an. „Es tut mir leid, ich muss da rein. Leute werden sterben“, sagte er, dem Disponenten gesagt zu haben. PBS berichtete, er habe den Disponenten gebeten, Hilfe zu schicken, bevor er auflegte, während CBS News schrieb, der Disponent habe ihm Fragen gestellt, er sei aber nicht in der Leitung geblieben.1,3,4,7,8
Der Täter feuerte durch die verschlossenen Glastüren der Schule. Giamanco folgte ihm und kroch auf das Gebäude zu, als er Kinder um ihr Leben flehen und weitere Schüsse hörte. „Ich sagte mir, das ist wahrscheinlich das Letzte, was ich jemals tun werde“, sagte er.1,3,4,7,8
Er kroch durch ein zerbrochenes Fenster und erreichte ein Klassenzimmer, in dem eine Lehrerin mit dem Täter rang. Er öffnete die Tür und schoss. „Er tastete nach seiner Waffe“, sagte Giamanco. „Ich sah ihn an und schoss ihm noch zweimal, um sicherzugehen, dass er sich nicht mehr bewegen kann, weil ich Angst hatte, dass er noch jemanden erschießt.“1,3,4,7,8
Dann legte er seine Waffe auf den Boden und hob die Hände, als ein Polizist erschien. Er beschrieb, sich wie die „letzte Verteidigungslinie“ zwischen den Kindern und dem Täter gefühlt zu haben. Die Polizei sagte, er habe seine Waffe legal getragen, und würdigte ihn sowie eine unbewaffnete Lehrerin, die ihr Telefon nach dem Täter warf, ihn zu Boden brachte und darum kämpfte, ihm seine Schrotflinte zu entreißen. Der Polizeichef von Bend, Mike Krantz, sagte, sie habe „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dazu beigetragen, weiteres Blutvergießen zu verhindern“.1,4,7,8
Das jüngste Opfer, der fünfjährige Rhoam Summer, gehörte zu den drei getöteten Jungen, und sein Vater sagte, die Familie sei „zerbrochen und verloren“. Die beiden anderen Jungen, acht und elf Jahre alt, wurden öffentlich nicht namentlich genannt. Megan Lambert, 25, die getötete Lehrerin, arbeitete in dem, was ihre Familie als ihren „Traumjob“ beschrieb. „Sie hat sich immer für die Schwächeren und für Kinder mit besonderen Bedürfnissen eingesetzt“, teilte die Familie mit.1,3,4,7
Die Polizei sagte, im Klassenzimmer der Schule seien insgesamt sechs Menschen angeschossen worden. Becky Drury, eine zweite Lehrerin in dem Raum, erklärte am Mittwoch in einer Stellungnahme, sie sei nach einem Schrotschuss aus nächster Nähe, der ihre linke Hand fast abtrennte, auf den Boden gesunken und habe sich tot gestellt.1,4
Die Lehrerin, die mit dem Täter gerungen hat, wurde öffentlich nicht identifiziert. „Ich würde ihr gern eine Umarmung geben, denn sie ist eine echte Heldin“, sagte Giamanco.1,4,8
Einen Tag nach den Schüssen nannte Präsident Donald Trump Giamanco einen „großartigen Helden“, der „die Sache erledigt hat“. Oregons Gouverneurin Tina Kotek sagte, er habe „heldenhaft eingegriffen, um weiteren Verlust von Menschenleben zu verhindern“.4,7
Nachdem die Beamten eingetroffen waren, entlud Giamanco seine Waffe und rief erst seine Frau und dann seine Mutter an. Diese sagte zu ihm: „Okay, Schatz, beruhige dich. Du hast das Richtige getan. Du bist ein Held. Du hast Leben gerettet.“ Er erinnerte sich, geantwortet zu haben: „Ich habe nicht jeden gerettet. Ich habe nicht alle gerettet.“ Er sagte, er gehe den Tag nachts immer wieder durch und frage sich, ob er den Schützen früher hätte aufhalten können. „Ich erlebe es immer wieder, ich sehe Gesichter, ich höre Stimmen, ich höre Schreie“, sagte er.1,3,7,8
„Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich ihre Kinder nicht gerettet habe“, sagte Giamanco. „Der Dank dafür, dass man die Kinder der Menschen gerettet hat, ist großartig, aber es gab welche, die ich nicht gerettet habe.“ Er sagte, er wolle die Familien der Opfer treffen, „mit ihnen weinen und sie in den Arm nehmen“.1,3,7,8
Giamanco sagte, er wolle die Sache nicht politisieren, und bezeichnete sich als unabhängig. Er hoffe, Geld für Schulen vor Ort zu sammeln, um die Sicherheit zu verbessern. „Ich finde, wenn ich eine Stimme habe, dann soll mich der Teufel holen, wenn ich sie nicht nutze, um diese Welt zu verändern und sie zu einem besseren Ort zu machen“, sagte er.1,7,8