Das FBI erklärte am Samstag, nordkoreanische Hacker steckten hinter dem Diebstahl von Digitalwährung im Wert von mehreren Milliarden Dollar von Binance innerhalb weniger Minuten in dieser Woche – es wäre der größte Kryptowährungsdiebstahl bislang.1,2,3
Der Diebstahl traf Binance, die weltweit größte Kryptobörse, am Donnerstag und umfasste 6,3 Milliarden Dollar in Bitcoin und anderer Digitalwährung, laut Berichten von PBS und der New York Post. Das FBI erklärte, dieselben Täter steckten hinter dem 1,5-Milliarden-Dollar-Hack gegen Bybit im vergangenen Jahr.1,2
Die Berichte stimmten bei der genauen Summe und beim Datum nicht überein. PBS und die New York Post bezifferten die Summe auf 6,3 Milliarden Dollar, gestohlen am Donnerstag, während DW meldete, das FBI habe von mehr als 6 Milliarden Dollar oder 5,36 Milliarden Euro gesprochen, entwendet am oder um den 29. Oktober 2026. In der von DW zitierten Erklärung des FBI hieß es: "Die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea) war für den Diebstahl virtueller Vermögenswerte im Wert von mehr als 6 Milliarden US-Dollar von der Kryptobörse Binance am oder um den 29. Oktober 2026 verantwortlich."1,2,3
Die Behörde erklärte in einer Mitteilung, der Angriff stehe im Zusammenhang mit "böswilliger Cyberaktivität" einer als TraderTraitor bekannten Gruppierung, denselben Tätern hinter dem 1,5-Milliarden-Dollar-Hack gegen Bybit im vergangenen Jahr. Sie forderte Kryptobörsen, Blockchain-Analysefirmen und andere auf, Transaktionen im Zusammenhang mit verschiedenen Adressen zu blockieren, um sicherzustellen, dass das Geld nicht zur Verschleierung seiner Herkunft gewaschen wird.1,2,3
Das FBI erklärte, seine Ermittlungen hätten ergeben, dass TraderTraitor die gestohlenen Vermögenswerte vor allem in eine Kryptowährung namens Ethereum umwandle. Es rechne damit, dass TraderTraitor nun versuchen werde, die Vermögenswerte mithilfe von DeFi und "Instant-Swap-Diensten" umzuwandeln. DW berichtete, zu den gestohlenen Vermögenswerten hätten Bitcoin, Ethereum und Stablecoins wie Tether und USD Coin gehört, deren Werte an herkömmliche Währungen gekoppelt sind.1,2,3
Binance hatte nach dem Hack Auszahlungen ausgesetzt. DW berichtete, Binance habe am Sonntag die Auszahlungen wieder aufgenommen; der Vorgang werde schrittweise abgeschlossen, wobei die erste Phase 15 Kryptowährungen umfasse, darunter Bitcoin, Ether, XRP und Dogecoin. Das Unternehmen erklärte am Samstag, es habe genug in derselben gestohlenen Digitalwährung zurückgelegt, um 90 Prozent der fehlenden Vermögenswerte abzudecken, und versprach, die Kunden vollständig zu entschädigen.1,2,3
Die Nachricht von dem Cyberangriff ließ die Kurse der meisten großen Kryptowährungen am Freitag einbrechen, berichtete DW.3
Kryptoexperte Ari Redbord sagte, er erwarte, dass die Hacker die gestohlenen Vermögenswerte in Teile zerlegen und versuchen würden, sie über kleinere Börsen zu waschen, um der Entdeckung zu entgehen – ein Vorgang, der sich über Monate hinziehen könnte. "Es ist Bankraub, in diesem Fall mit der Geschwindigkeit des Internets", sagte Redbord, politischer Leiter des Blockchain-Analyseunternehmens TRM Labs.1,2
"Wir können diese Gelder aber auch in Echtzeit nachverfolgen, um Ermittlungen aufzubauen, Angriffe zu stören und Gelder wieder zu beschlagnahmen", sagte er. Am Donnerstag hatten mehrere Kryptoexperten erklärt, der Diebstahl trage die Handschrift eines nordkoreanischen Hacks, bevor das FBI am Samstag seine Zuordnung bekannt gab.1,2
Auf Fragen von Reportern bei seinem Auftritt am Samstagabend während einer Halloween-Party auf seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida deutete Präsident Donald Trump jedoch an, die Ermittler seien sich noch nicht sicher, dass Nordkorea beteiligt gewesen sei. "Ich bin nicht besorgt. Wir arbeiten uns in den Fall ein", sagte Trump zu dem Fall. "Wir wissen nicht, ob es Nordkorea war." Er fügte jedoch hinzu, dass sich dies noch herausstellen könne.1,2
"Es ist einfach dieses Katz-und-Maus-Spiel", sagte Redbord.1,2