Präsident Trump hat Berater in persönlichen Gesprächen und am Telefon gefragt, ob Verteidigungsminister Pete Hegseth nach den Niederlagen der Republikaner bei den Zwischenwahlen am Dienstag im Amt bleiben soll.1,3,5
Im Mittelpunkt der Fragen standen Hegseths Rolle im Iran-Krieg und dessen Wirkung auf die Wähler. In den Berichten zitierte Nachwahlbefragungen von NBC zeigten, dass 74 Prozent der Wähler den Iran-Krieg als entscheidenden oder wichtigen Faktor für ihre Stimmabgabe ansahen, und sowohl Trump als auch Vizepräsident JD Vance haben gesagt, der Krieg sei wegen höherer Energiepreise und Inflation ein Hauptgrund für die Niederlagen gewesen.3,5
Die Republikaner verloren sieben Sitze im Senat, zwei weitere Verluste sind möglich, sowie mindestens 29 Sitze im Repräsentantenhaus, wodurch die Demokraten die Kontrolle über den Kongress erhalten. Die New York Post berichtete, die Demokraten würden die Mehrheit voraussichtlich nutzen, um Trumps Gesetzesagenda und Nominierungen zu blockieren und Untersuchungen einzuleiten, die zu einem dritten Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten führen könnten.5
Am Mittwoch sprach Trump vor Reportern vor dem Weißen Haus (White House) Hegseth öffentlich seine Unterstützung aus. "Nein, ich denke, er macht eine sehr gute Arbeit," sagte Trump auf die Frage, ob er erwäge, Hegseth zu ersetzen. Über Hegseth fügte er hinzu: "Ich denke, er macht eine sehr gute Arbeit," und zur Möglichkeit eines Wechsels von Hegseth in den Senat sagte er: "Ich denke tatsächlich, er wäre sehr beliebt, wenn er das täte, aber davon habe ich überhaupt nichts gehört."3,4,5
Gleichzeitig berichtete die Post unter Berufung auf eine Person aus Trumps Umfeld, der Präsident hole Meinungen dazu ein, was mit Hegseth geschehen solle. "Gegen ihn sind im Kreis der leitenden Mitarbeiter des West Wing definitiv die Messer gewetzt," sagte eine dem Weißen Haus nahestehende Quelle und fügte hinzu: "Ich weiß nicht, ob es ausgemacht ist, dass er weg ist." Eine dritte dem Weißen Haus nahestehende Person sagte: "Irgendjemand muss dafür die Verantwortung übernehmen." Dieselbe Person fügte scherzhaft hinzu: "Wenn das Wort 'Krieg' in deiner Amtsbezeichnung steht, dann bist du vielleicht die Person im Fadenkreuz."5,1
Das Weiße Haus erklärte, Hegseth behalte Trumps Unterstützung. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, sagte in einer Erklärung, Hegseth genieße Trumps volles Vertrauen, und lobte die Militäreinsätze in Venezuela und im Iran-Krieg und verwies auf Hegseths Ablehnung von "DEI und woke-Ideologie."3
Das Pentagon erklärte, Hegseth plane keinen Rücktritt. "Wir werden [Trumps] Agenda im Kriegsministerium (Department of War) weiter vorantreiben — trotz der Drohungen der Demokraten mit Schein-Hexenjagden — und Minister Hegseth ist zu 100 Prozent entschlossen, das Ministerium bis zum Ende der Amtszeit von Präsident Trump zu führen," sagte Pentagon-Sprecher Sean Parnell.5
Hegseth, ein ehemaliger Fox-News-Moderator, der den Iran-Konflikt befürwortet und überwacht hat, sieht sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Der scheidende republikanische Abgeordnete Thomas Massie gehört zu den Mitgliedern des Kongresses, die sein Amtsenthebungsverfahren gefordert haben, und Hegseth droht in diesem Jahr eine mögliche überparteiliche Abstimmung über ein Amtsenthebungsverfahren, und Insider glauben, dass die demokratischen Zugewinne im Senat bedeuten, dass er sich im nächsten Jahr einem öffentlichen Verfahren stellen müsste. John Ullyot, der in beiden Amtszeiten Trumps in Funktionen der nationalen Verteidigung tätig war, sagte: "Hegseth war wie eine Abrissbirne, die durch eine unserer ältesten und stolzesten Institutionen geschwungen ist, und es wird Jahre dauern, den Schaden zu beheben." Ullyot fügte hinzu: "Sein Verfallsdatum ist längst überschritten, und es ist Zeit, ihn hinauszuwerfen," und sagte: "Jede Führungspersönlichkeit mit Selbstachtung und seiner Bilanz, beim Militär oder in der Unternehmenswelt, würde von selbst gehen, bevor sie vor die Tür gesetzt wird."3,5
Eine diskutierte Option ist eine Ernennung für den Senatssitz, der durch die Senatorin aus Tennessee, Blackburn, nach ihrer Wahl zur Gouverneurin frei wird. Die Berichte über Hegseths Interesse unterscheiden sich: The New Republic schrieb, Hegseth habe gehofft, Blackburn werde gewinnen, damit sie ihn ernennen könne, sodass er einer Entlassung oder einem Amtsenthebungsverfahren entgehen könne, während die Post berichtete, Hegseth schließe eine Ernennung in den Senat aus. Die Medien unterscheiden sich auch beim Vornamen von Blackburn, wobei The New Republic sie als Marsha Blackburn und die Post sie als Martha Blackburn identifiziert. Trump sagte, Hegseth wäre in diesem Amt beliebt, er habe aber von dem Plan nichts gehört, und eine vierte Trump nahestehende Person sagte, an Hegseths Stelle würde sie die Ernennung anstreben. Der republikanische Abgeordnete Tim Burchett, der für Blackburn Wahlkampf gemacht hat, gilt ebenfalls als möglicher Kandidat.3,4,5
Wenn Hegseth ausscheidet, sagte eine von CBS zitierte Quelle, der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, könne ein möglicher Nachfolger sein und könne noch vor Jahresende eine rasche Bestätigung durch den scheidenden republikanischen Senat erhalten. Andere von CBS zitierte Quellen sagten, Trump könne die Schuld stattdessen anderen Militärführern zuweisen, darunter Adm. Brad Cooper, Chef des US-Zentralkommandos (U.S. Central Command), und Gen. Dan Caine, Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff. Trump hat seine Entscheidung noch nicht getroffen.3
Die Post merkte an, dass Trump ähnliches Lob ausgesprochen hatte, bevor er in diesem Jahr die ehemalige Justizministerin (Attorney General) Pam Bondi und die ehemalige Heimatschutzministerin (Homeland Security Secretary) Kristi Noem entließ, und verwies auf eine historische Parallele in der Ankündigung von Präsident George W. Bush zum Rücktritt von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am 8. November 2006, dem Tag nach den Zwischenwahlverlusten, die mit der Unzufriedenheit über den Irak-Krieg (Iraq War) zusammenhingen. Der Washington Examiner stellte die Frage, ob Hegseths Posten sicher sei, wenn der Iran-Krieg für die demokratischen Zugewinne verantwortlich gemacht werde.5,2
Von der Post zitierte Quellen sagten, Hegseth sei teilweise deshalb eine naheliegende kurzfristige Option für eine Ablösung, weil die Bestätigung eines Nachfolgers schwieriger werde, nachdem im Januar die Macht wechsle.5