Die Frühwahl zu den Zwischenwahlen 2026 liegt in mehreren umkämpften Bundesstaaten über dem Niveau der letzten Zwischenwahlen, und registrierte Demokraten haben bislang einen größeren Anteil der Stimmen abgegeben als registrierte Republikaner. Das geht aus Daten und Analysen zur frühen Stimmabgabe hervor.1,4
Die Summen unterscheiden sich je nach Quelle und Stichtag. Der Guardian berichtete, dass bis Freitagnachmittag mehr als 23 Millionen Amerikaner persönlich oder per Briefwahl bereits gewählt hatten. ABC News berief sich auf das Election Lab der Universität von Florida (University of Florida) und bezifferte die Zahl am Donnerstagvormittag auf mehr als 18 Millionen. In einer Videobeschreibung von CBS News hieß es, mehr als 15 Millionen Amerikaner hätten bei den Zwischenwahlen 2026 bereits vorab gewählt.1,4,3
Zahlen des Election Lab der Universität von Florida, Stand 23. Oktober und zitiert vom Guardian, zeigen, dass in Michigan und Ohio jeweils mehr als 900.000 Stimmzettel abgegeben wurden. In Georgia wurden fast 1,5 Millionen frühe Stimmen registriert, in North Carolina mehr als 1,2 Millionen, in Florida fast 2,2 Millionen und in Texas mehr als 2,8 Millionen.1
Im Vergleich zu den letzten Zwischenwahlen liegt die frühe Stimmabgabe in vielen umkämpften Bundesstaaten deutlich vorn. Der Guardian berichtete, dass die frühen Stimmen in Georgia bereits mehr als 40 Prozent der Gesamtbeteiligung von 2022 ausmachen, in Texas 35 Prozent, in North Carolina 33 Prozent und in Florida 27 Prozent. Michigan und Ohio verzeichneten nach Angaben des Blattes ein ähnlich hohes Tempo.1
Die eigene Analyse von ABC News stützte sich auf ältere Daten. Demnach waren bis zum 19. Oktober in Georgia knapp 850.000 Stimmen abgegeben worden, und in Michigan hatten etwa 670.000 Wähler bereits gewählt. Diese Angaben sind mehrere Tage älter als die Zahlen des Guardian.4,1
Laut Guardian machen registrierte Demokraten 45 Prozent der abgegebenen frühen Stimmzettel aus, registrierte Republikaner 30 Prozent. Das Blatt wies darauf hin, dass dies zurückgesandte Stimmzettel misst und nicht, für welche Kandidaten gestimmt wurde. Besonders ausgeprägt ist der Abstand in North Carolina, Kansas und Iowa, die der Guardian als traditionell republikanisch geprägte Staaten beschrieb.1
ABC News berichtete, dass registrierte Demokraten sowie Wähler, die modellhaft als wahrscheinliche Demokraten-Wähler eingestuft werden, in allen Bundesstaaten außer Alaska und Michigan einen noch höheren Anteil der frühen Stimmen abgegeben haben. In Alaska und Michigan liege der Anteil ähnlich wie 2024. Die Analyse, die am Dienstag durchgeführt wurde, stützte sich auf Wählerdateidaten von L2. ABC News erklärte, modellhaft eingestufte Parteizugehörige seien Wähler in Bundesstaaten ohne Parteiregistrierung, deren wahrscheinliche Parteipräferenz L2 vorhersage. Zugleich betonte der Sender, dass weder eine Parteiregistrierung noch eine modellhafte Parteineigung garantiere, dass ein Wähler für die Kandidaten dieser Partei stimmt.4
Landesweit wurden laut NBC News unter Berufung auf Daten von TargetSmart mehr als 57 Millionen Briefwahlunterlagen angefordert oder verschickt. Das sind mehr als die 52 Millionen im Jahr 2022. Das Election Lab der Universität von Florida beziffert die angeforderten Briefwahlunterlagen auf mehr als 59 Millionen. Exekutivanordnungen der Trump-Regierung hatten versucht, die Briefwahl einzuschränken; der Oberste Gerichtshof (Supreme Court) hat sie im September gekippt.1
Auch die Umfragen, die ABC News zitiert, deuten in eine ähnliche Richtung, was die Mobilisierung angeht. Laut der Umfrage von ABC News, der Washington Post und Ipsos sind sich 72 Prozent der demokratischen Wähler sicher, dass sie wählen werden, gegenüber 65 Prozent der republikanischen Wähler. Eine Umfrage von Reuters und Ipsos ergab, dass 36 Prozent der Demokraten sehr motiviert sind, bei den Zwischenwahlen 2026 zu wählen, verglichen mit 29 Prozent der Republikaner.4
ABC News berechnete außerdem frühere Muster anhand einer großen Umfrage des Pew Research Center, bei der Befragte mit ihren Wahlprotokollen von 2024 abgeglichen wurden. Demnach lagen die Demokraten bei Briefwahl- und Abwesenheitsstimmen mit 24 Punkten vorn, während die Republikaner die frühe Stimmabgabe vor Ort mit 14 Punkten und die Stimmabgabe am Wahltag mit 16 Punkten gewannen. ABC News erklärte, diese Schätzungen stimmten mit den tatsächlichen Gesamtergebnissen aus den 11 Bundesstaaten überein, die die Ergebnisse nach Stimmabgabeart ausweisen.4
Die Umfrage von ABC News, der Washington Post und Ipsos ergab zudem, dass wahrscheinliche Wähler, die vorab wählen wollen oder bereits gewählt haben, bei der Wahl zum Kongress die Demokraten mit 26 Punkten gegenüber den Republikanern bevorzugten. Wer am Wahltag persönlich wählen will, favorisierte die Republikaner mit 11 Punkten. Der Guardian merkte an, dass Republikaner traditionell lieber am Wahltag wählen. Strategen befürchteten, der größere demokratische Vorsprung signalisiere eine „rote Unterströmung“ von republikanischen Wählern, die zu Hause bleiben.4,1
ABC News warnte, die frühen Zahlen zeigten nicht, ob Wenigwähler, also Menschen, die manche Wahlen auslassen, später in der Frühwahlphase oder am Wahltag noch ihre Stimme abgeben werden. „Die Zahlen zur frühen Stimmabgabe sind nur ein Teil der Geschichte“, hieß es in der Analyse des Senders.4