Großbritannien wird Kampfjets der Royal Air Force vom Typ Typhoon nach Saudi-Arabien entsenden, um das Königreich gegen zunehmende Raketen- und Drohnenangriffe der Huthi-Rebellen im Jemen (Yemen) zu verteidigen, wie die britische Regierung am Dienstag bekanntgab.1,4,6
Die Flugzeuge sollen saudische Städte und kritische Infrastruktur vor Drohnen und Raketen schützen, wie das Verteidigungsministerium (Ministry of Defence) mitteilte. In einer schriftlichen Erklärung sagte Verteidigungsminister Wes Streeting: „Diese Flugzeuge werden in einer defensiven Rolle eingesetzt und keine Offensivschläge gegen die Huthi durchführen.“ Die Entsendung erfolgt auf Ersuchen Saudi-Arabiens. Die BBC berichtete, sie sei von Premierminister Andy Burnham genehmigt worden.1,4,6
Streeting hob insbesondere Angriffe auf den internationalen Flughafen von Riad (Riyadh) hervor, der seit Anfang Oktober 20-mal angegriffen wurde. „Die andauernden Angriffe der Huthi auf unseren Verbündeten Saudi-Arabien sind absolut verachtenswert“, sagte er.1
Die Opferzahlen bei den Angriffen auf den Flughafen weichen je nach Bericht voneinander ab. Deutsche Welle berichtete, Angriffe auf den Flughafen in diesem Monat hätten mindestens 18 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Die BBC meldete, ein einzelner Raketenangriff auf den Flughafen am 10. Oktober habe 13 Menschen getötet und 308 verletzt; es sei der tödlichste Angriff in Saudi-Arabien seit mehr als einem Jahrzehnt gewesen. Saudische Behörden hatten zuvor in der Vorwoche erklärt, bei Angriffen der Huthi auf die Flughäfen des Königreichs seien 19 Menschen getötet worden.1,6
Die erweiterte britische Unterstützung umfasst außerdem ein militärisches Transportflugzeug vom Typ Atlas A400M sowie militärische Berater. London hat zudem sein Angebot, saudische Flugzeuge bei Einsätzen gegen die Huthi in der Luft aufzutanken, um weitere 90 Tage verlängert. Das Paket baut auf der militärischen Unterstützung auf, die Großbritannien im September angekündigt hatte.1
Die Huthi liegen in einem Bürgerkrieg mit der international anerkannten Regierung des Jemen, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Die Gruppe vertrieb diese Regierung 2014 aus der Hauptstadt Sanaa. Die BBC berichtete, dass im September eine Art Waffenruhe im Jemen zusammengebrochen sei. Danach hätten die Huthi eine neue Offensive gegen die Regierung gestartet und die effektive Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab (Bab al Mandab) übernommen.6
Regierungstruppen, unterstützt von saudischer Luftdeckung, starteten daraufhin eine Gegenoffensive, und die Huthi griffen Ziele tief im saudischen Staatsgebiet an. Die Gruppe traf laut BBC saudische Infrastruktur, darunter den König-Khalid-Flughafen (King Khalid airport), Energieanlagen und wichtige Häfen.6
Die Kämpfe im Jemen haben weiter zugenommen. Laut BBC wurden Anfang dieser Woche bei einem Raketenangriff der Huthi auf ein Lager in der zentralen Provinz Schabwa (Shabwa) im Jemen mehr als 70 Sicherheitskräfte getötet. Ein Sprecher der von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Streitkräfte sagte, die Gruppe habe drei ballistische Raketen auf das Lager al-Alam nahe der Stadt Ataq abgefeuert. Der Militärsprecher der Huthi erklärte, die Gruppe habe „saudische Feindkonzentrationen“ ins Visier genommen.6
Die Huthi erklären, sie reagierten auf Angriffe auf Gebiete, die sie im Westen des Jemen kontrollieren, darunter die Hauptstadt Sanaa. Das von den Huthi geführte Gesundheitsministerium im Nordwesten des Jemen erklärte, saudische Luft- und Artillerieangriffe hätten seit dem 3. September mindestens 141 Menschen getötet und 395 verletzt. Das Gesundheitsministerium der Regierung teilte mit, im Konflikt im gesamten Jemen seien seit dem 6. August mindestens 1.282 Menschen getötet worden. Die BBC schrieb beide Angaben den jeweiligen Ministerien zu und bestätigte sie nicht unabhängig.6
Streeting sagte in einem Video, das die BBC zusammen mit ihrem Bericht veröffentlichte, Großbritannien habe eine „Verantwortung, Verbündete zu unterstützen und Zivilisten zu schützen“. Die Kampfjets werden in Saudi-Arabien stationiert, um gegen Luftangriffe zu verteidigen. Eine Rolle bei Angriffen auf Ziele im Jemen schließt die Regierung aus.6
In den Berichten heißt es nicht, wann die Typhoons in Saudi-Arabien eintreffen oder wie viele Flugzeuge entsandt werden. Keiner der Berichte enthielt eine Reaktion der Huthi auf die britische Ankündigung. Der nächste Schritt ist die Entsendung selbst, die die Regierung als defensive Mission beschrieben hat.1,6